Drucken Versenden
Gründe sind Kosten und veränderte Ideen zur Todesstrafe

Zahl der Hinrichtungen in den USA geht zurück

Washington (AFP) - Die Zahl der Hinrichtungen in den USA ist in diesem Jahr weiter zurückgegangen. Wie das für die Abschaffung von Hinrichtungen eintretende Todesstrafen-Informationszentrum (DPIC) in seinem Jahresbericht festhält, wurden in diesem Jahr 45 Männer und eine Frau exekutiert. Das sind zwölf Prozent weniger als im Vorjahr und die Hälfte weniger als noch vor zehn Jahren. Die Zahl der Todesurteile blieb mit 114 auf dem Niveau von 2009, als es 112 waren. Sie sank aber im Vergleich zu 1996 um 64 Prozent.
Todeszelle in Oklahoma Bild anzeigen
Todeszelle in Oklahoma © AFP

DPIC-Direktor Richard Dieter erklärte, das Land habe sich 2010 weiter von der Todesstrafe wegbewegt, sei es "aus Sorge um die sehr hohen Kosten einer Hinrichtung in Zeiten von Haushaltskürzungen", sei es wegen des "Risikos, einen Unschuldigen hinzurichten" oder wegen anderer Gründe. Das Informationszentrum verweist in seinem Bericht auf eine Meinungsumfrage von Mitte November, wonach 71 Prozent der Befragten als wichtigsten Grund gegen die Todesstrafe die Hinrichtung von möglicherweise Unschuldigen sahen.

Möglicherweise spielten auch Lieferengpässe des bei Hinrichtungen mit der Giftspritze verwendeten Medikaments Thiopental eine Rolle. Der einzige Hersteller von Thiopental in den USA, der Pharmakonzern Hospira, kann voraussichtlich erst Anfang 2011 wieder liefern. In einigen Bundesstaaten wurden deswegen geplante Hinrichtungen verschoben. In Oklahoma wurde am 16. Dezember bei der Hinrichtung eines Todeskandidaten ersatzweise erstmals das Tierbetäubungsmittel Pentobarbital eingesetzt.

Die mit Abstand meisten Hinrichtungen, nämlich 24, gab es 2010 in Texas. Bei den Todesurteilen lag Kalifornien mit 29 an der Spitze, wobei es in diesem Bundesstaat seit fünf Jahren keine Hinrichtungen mehr gegeben hat.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder