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Koronarsport - unter Ärztlicher Aufsicht - muss eingestellt werden - SC Schoningen informiert

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V.re.n.li.: stehend: Ewald Tauchmann, Harry Wegener, Bernd Schweinebart, Horst Langheim, Ortwin Mecke, Karl-Herrmann Weber, Christoph Fetköther, Karl Götze, Karl-Heinz Nieth, Joachim Grebe, Horst Mayer, Karl-Heinz Lamster, Ulrike Westphal, Günther Busch, Christa Linke, Hella Arend, Heike Hinze, Jürgen Neuhaus, Dietmar Arndt, Manfred Hoppe, Werner Bartheld und sitzend: Übungsleiterin Rita Riemenschneider, Günther Honken, Christel Becker, Kurt Richta, Gertrud Frellstedt, Günther Decker, Uta Hengst, Meta Kossmann, Renate Schaade und Albert Hebenstreit.

© Foto: Privat

Schoningen (usj) - Nach fast 30 Jahren muss der SC Schoningen eines der wichtigsten Angebote im Gesundheitssport einstellen. Die 1987 gegründete Koronarsportgruppe mit ärztlicher Betreuung, wird nach den Sommerferien nicht mehr beginnen. Das teilen SC-Sportleiterin Rita Riemenschneider und SC-Vorsitzender Jörg Grabowsky traurig mit.

Die Krankenkassen unterstützen und fördern das regional einmalige Angebot des SC Schoningen. Entsprechend sind die Übungsleiterinnen Rita Riemenschneider, und vorher Elisabeth Wieneke, bestens und immer auf dem neusten Stand. Auch in die Ausstattung hat der SC Schoningen viel Geld investiert. Doch anders als bei allen anderen Angeboten, können und dürfen die Übungsleiter nicht allein die Sportstunden geben. Beim Koronarsport ist die Anwesenheit eines Arztes notwendig, um die Fitness der Teilnehmer zu überwachen und um im Ernstfall eingreifen zu können. Jahrelang ging dieses Konzept gut auf, da die Uslarer Ärzteschaft das Angebot gut unterstützte. Doch vor allem Ruhestand oder wachsende Arbeitsbelastung auf Seiten der Ärzte, haben dieses Bild gewandelt. Bis zum Schluss waren es nur noch drei Ärzte die die weitere Ausübung des Sports ermöglichten. Diesen Aufwand kann und will der SC niemand zumuten. In der Konsequenz müssen Patientinnen und Patienten künftig nach Northeim, Einbeck oder Göttingen ausweichen.

Allerlei Rettungsversuche haben Rita Riemenschneider und Jörg Grabowsky unternommen. Den Einsatz einer Rettungswagenbesatzung lehnt der Turnerbund ab mit dem Hinweis, dass die Verantwortlichen im SC mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt kommen, falls etwas passiert und kein Arzt anwesend ist. Auch die Verlegung des Notarztes, der in der Bollenser Rettungswache Rufbereitschaft hat (für 90 Minuten nach Schoningen), wurde abgelehnt. Viele Gespräche, auch mit den umliegenden Krankenhäusern, führten zu keinem zufriedenstellenden Erfolg. Besonders ärgerlich war, dass ein Arzt im Ruhestand bereit war, regelmäßig Dienste zu übernehmen, der Berufsverband aber aus Haftungsgründen abgeraten hat.

Jörg Grabowsky findet, dass die bürokratischen Hürden immer höher werden. Ehrenamtlich ist das mittlerweile nicht mehr zu leisten. „Und offensichtlich auch nicht gewollt“, fügt ziemlich ärgerlich hinzu. Wir benötigen einen Pool von zehn bis 15 Medizinern, die sich anwechseln. Der Verein will und kann nicht alle Übungsstunden der Koronarsportler auf den schmalen Schultern von einer Handvoll Ärzten lasten lassen.

Koronarsport lebt weiter
Dennoch hat der SC zwei gute Nachrichten. Koronarsport geht weiter und die beschlossene Beitragserhöhung für die Gruppe wird nicht erfolgen. Die große Gruppe wird in zwei Gruppen geteilt. Die Teilnehmer müssen künftig ein Attest vorlegen, dass sie in der Lage sind, diesen Sport auszuüben. Beim Koronarsport geht es nicht einfach nur um Sport treiben, sondern auch um Spaß zu haben. Viele der Teilnehmer nehmen dieses Angebot an, weil beispielsweise eine Vorschädigung des Herzens vorliegt und daher sehr behutsam und unter genauer Anleitung Sport getrieben werden muss. Auf der einen Seite soll die körperliche Fitness erhalten bleiben ohne den Körper über Gebühr zu belasten. Alle Koronarsportler mit einer Verordnung können und dürfen nicht mehr teilnehmen. „Eine unglaublich ärgerliche Situation, schimpfen Rita Riemenschneider und Jörg Grabowsky.
Trotz der schlechten Nachrichten und dem Abschied einiger Mitglieder, sind die Koronarsportler des SC Schoningen gut gelaunt, weil es weitergeht.

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